Dingen auf den Grund gehen

29. Oktober 2021 | Bad

Eine Toilette ist eine Toilette – was gibt es daran zu rütteln? Anscheinend eine Menge, stellte  ich fest – habe ich im Traum nicht daran gedacht, was für eine Offenbarung die Suche nach einer neuen Toilette sein kann.

Das Jahr 1984 war zwar weniger dystopisch als in George Orwells gleichnamigem Romanklassiker beschrieben. Es brachte aber doch einiges in Gang. Denn im gleichen Jahr katapultierte sich Herbert Grönemeyers Album „4630 Bochum“ in die Herzen der Deutschen. Darauf: „Männer“, erfrischend mehrdeutig, perfekt zum Mitsingen. Spätestens dieser Song regte die deutschen Männer dazu an, sich mit ihren bisherigen Rollenklischees auseinanderzusetzen. Auch für mich war „Männer“ eine Initialzündung – in erster Linie jedoch wegen der Leichtigkeit, mit der Grönemeyer all die Widersprüche in vier Minuten vereinte. Mit den Themen der überfälligen Emanzipationsbewegungen war ich voll d‘accord. Sie aber im Alltag selbst zu leben … ja, da gab es Herausforderungen.

Wie viele andere Männer dieser Zeit besuchte auch ich Workshops wie „Wilde Horden“, ließ mich in Schwitzhütten durchgaren und verbrachte echte Männertage in der Natur. „Frauen wollen vegetarische Tiger“, meinte ein guter Freund. Ob dies mehr als nur eine schöne Metapher ist, beschäftigt mich bis heute. Als Psychologe liegt es in meiner Natur, Dingen auf den Grund zu gehen, was zuweilen stoische Züge annehmen kann. Das Spektrum reicht von ewigem Nachfragen bis zum kompletten Abfräsen des Putzes bei unserem eigenen Ferienhaus – entgegen aller Ratschläge. Doch: „Männer sind einsame Streiter. Müssen durch jede Wand, müssen immer weiter.“

Folgt demnächst: Teil 2 „Die richtigen Fragen zum richtigen WC“